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Pflegebedürftigkeit

Info-Bedarf? Beschwerden? Einfach anrufen!

Pflegebedürftige und Angehörige brauchen immer mehr Beratung. Deshalb stockt das Ministerium die Mittel für das Informations- und Beschwerdetelefon (Ibetel) auf.

Viele Anfragen zu neuen Pflegegraden

„Meist sind es die Pflegebedürftigen selbst oder deren Angehörige, die sich an uns wenden“, berichtet Gisela Rohmann, die als Juristin für das Ibetel arbeitet. „Daneben beraten wir aber auch die 135 Pflegestützpunkte vor Ort.“ Das Ibetel unterstützt Pflegebedürftige und deren Angehörige bei Beschwerden und – falls nötig – auch bei deren Rechtsverfolgung, etwa wenn Probleme mit Anbietern ambulanter Pflegedienste auftauchen, bei Fragen zur Abrechnung oder Vertragsgestaltung von Pflegediensten oder wenn es Unstimmigkeiten mit den Gutachtern des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) gibt.

Die wichtigsten Anrufgründe sind laut Rohmann folgende: „Ein Pflegeantrag wird abgelehnt. Oder ein Pflegegrad wird als zu niedrig empfunden. Oder das Heim erhöht die Kosten. In der Pflegeversicherung ändert sich immer wieder etwas, da müssen sich alle immer wieder neu einarbeiten. Ein gutes Beispiel dafür war auch die Umstellung von Pflegestufen auf -grade. Diese verlangte mehr Beratung.“

Auch unzufriedene Pflegeheim-Klienten rufen an

Letztlich könne man die Beratung drei großen Gruppen zuordnen: Fragen zu Leistungen der Pflegeversicherung, zu Verträgen mit Pflegeheimen und Pflegediensten und zu Beschwerden zum Wohnen in Einrichtungen. Gerade bei den Beschwerden über Pflegeeinrichtungen habe das Pflegetelefon eine „Lotsenfunktion“. Darunter versteht die Juristin zu klären, wie man bei Beschwerden in Pflegeheimen handeln kann. In diesen Fällen arbeitet die Verbraucherzentrale auch eng mit der Beratungs- und Prüfbehörde und dem MDK zusammen. Die Beratung ist telefonisch möglich, per Mail oder Post. Erfolgt eine Beratung der Pflegebedürftigen gegenüber der Pflegekasse oder der Einrichtung, so ist diese allerdings nur außergerichtlich möglich, betont Rohmann.

Jetzt mehr juristische Fachberatung

Das Sozialministerium hat sich deshalb entschlossen, das Personal für die juristische Fachberatung um eine halbe Stelle und die der Sachbearbeitung um ein Zehntel aufzustocken. Man werde das Ibetel in diesem Jahr mit bis zu 265.000 Euro fördern. Rohmann: „Man merkt einfach, dass der Bedarf an unabhängiger Beratung bei diesem Thema sehr groß ist und auch in Zukunft sicherlich nicht weniger werden wird.“

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der digitalen Ausgabe des Kammermagazins.

Weitere Infos: www.verbraucherzentrale-rlp.de

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